Donnerstag, 19. Januar 2017

Tutorial: Crazy gepatchte Untersetzer

Anfang Februar finden an der Schule unserer Kinder Projekttage zum Thema "Umweltschutz und Nachhaltigkeit" statt. Eine tolle Sache wie ich finde, da es zudem auch noch größtenteils in Eigenregie von der Q2 (der Jahrgangsstufe unseres Sohnes) organisiert wird. Die Schüler der Q2 haben sich also Gedanken zu Projekten gemacht, die zum Thema passen. In kleinen Gruppen werden die älteren Schüler, teils in Zusammenarbeit mit einem Lehrer an zwei Tagen Wissen in anderer Form vermitteln. Für die Schüler der Q2 sicher eine tolle Erfahrung mal auf der anderen Seite der Wissensvermittlung zu stehen.

So weit, so gut. Ende Oktober war dann in der Schule eine Fachschaftssitzung in Kunst, an der ich als interessiertes Elternteil teilnahm, weil es mir sehr am Herzen liegt auch das Nähen in den Bereich Kunst zu integrieren. In so einer Fachschaftssitzung hat man als Eltern ja die Möglichkeit Einfluss auf Unterrichtsinhalte zu nehmen. Ob und wie die dann umgesetzt werden, bzw. werden können, ist dann eine andere Frage.

Ja, und da hatte ich dann den Salat;-)...mitgehangen - mitgefangen! "Frau Lagarden, das ist doch eine tolle Idee für die Projekttage!!! Da können Sie als Eltern auch gerne dran teilnehmen und mitgestalten." UUUPS!!! Okay....ich willigte ein, machte mir Gedanken, legte die Schülerzahl und Bedingungen fest (ca. 10 Schüler ab 8. Klasse, eigene Nähmaschine, ein wenig Näherfahrung) und bekam mein Projekt zum Thema "Nähen ist (keine) Kunst". Nun, was hat das Ganze mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu tun? Auch das musste ich dann natürlich in einer Kurzbeschreibung definieren:

Mit kleine Nähprojekten wird den Schülern das Nähen mit der Nähmaschine vermittelt. Dabei soll unter anderem gezeigt werden, wie z.B. aus gebrauchter Kleidung wieder neue nützliche Dinge entstehen können, um so wertvolle Ressourcen zu schonen. Ziel des Projektes soll sein, den Schülern zu vermitteln welchen Wert aus Stoff gefertigte Dinge bekommen, wenn sie selbst erschaffen wurden. Die Schüler sollen dabei sensibilisiert werden, was es bedeutet z.B. ein Shirt für 2,99 € zu kaufen. Weiterhin soll vermittelt werden, dass auch getragene Kleidung noch einen neuen Wert erhalten kann.

Erst dachte ich ja noch...ach, wer weiß, vielleicht interessiert das ja auch gar keinen, aber nein...12 Schüler haben sich gemeldet und was ich besonders schön finde, es scheinen auch Jungs dabei zu sein! Toll!

Nun musste ich aber überlegen, welche Projekte ich anbieten würde. Schnell zu nähen, möglichst aus kleinen Stücken Stoff und nicht zu kompliziert. Ich habe u.a. ein wenig in den Freebooks bei farbenmix gestöbert und einiges gefunden, was sich an den zwei Tagen sicher gut bewerkstelligen lässt. Ob das so klappt und was die Schüler im Einzelnen dann wirklich genäht haben, darüber berichte ich dann anschließend.

Jetzt wurde ich jedoch auch vor ein paar Tagen gefragt, ob denn auch Schüler teilnehmen könnten, die noch NIE genäht hätten. UIH!?! Nunja...wenn es nicht alle sind!
Aber, daher musste ich ein wenig umdenken. Ein GANZ einfaches Projekt musste her, bei dem ich zeigen kann, wie eine Nähmaschine eben näht. Da ich aber nicht nur stur gerade und krumme Linien auf Papier nachnähen lassen möchte (so habe ich damals in der Schule angefangen!) wollte ich ein sinnvolles Projekt mit dem man anschließend auch etwas machen kann. Und so entstand das Tutorial:

Crazy gepatchte Untersetzer

Mit einer Vorlage einen Kreis auf Vlies oder hier einen Vliesaufnehmer vom Discounter (Schulen haben ja nie Geld, deshalb so günstige wie möglich!) aufzeichnen.


 Kreis ausschneiden


Kleine Stoffrestchen wild zuschneiden und auf den Vlieskreis legen...


...bis kein Vlies mehr zu sehen ist.  


An der Nähmaschine den Zickzackstich einstellen, Breite ca. 3,5 mm, Länge 1 mm.


Alle offenen Kanten festnähen, immer schön einmal in den Stoff einstechen und einmal daneben...
 

... bis alle offenen Kanten festgenäht sind.


Kreis umdrehen und überstehenden Stoff abschneiden.


Den Kreis auf Fleecerest oder Wollfilz oder Stick- oder Bastelfilz legen.


An der Nähmaschine den Zickzackstich auf ca. 4,5 mm Breite einstellen.


Nun den Rand rundherum festnähen, auch hier wieder: schön einmal in den Stoff einstechen und einmal daneben


Den Wollfilz/Fleece etc. mit einer Zickzackschere zurückschneiden, so dass ein kleiner Rand stehen bleibt. 


FERTIG!!!
 

Sehen doch hübsch aus, die crazy gepatchten Untersetzer, oder?


Einfach genäht, kleinste Stoffrestchen können verwendet werden, durch untergelegten Filz/Fleece werden Tische geschont und es ist ein nützliches Nähprojekt! Ich denke, das kann man ganz gut mit Schülern nähen, die erst mal Näherfahrungen sammeln müssen, oder?
Die Untersetzer müssen übrigens nicht zwingend rund sein, quadratisch oder rechteckig geht natürlich auch!
Wenn man Schüler dann ganz lange damit beschäftigen möchte, dann kann man mit dieser Technik sicher auch tolle Platzsets gestalten.

Gruß Uschi






Donnerstag, 12. Januar 2017

Der Lemming in mir....

....bekam auf Instagram in den letzten Tagen ganz viele "RollingStone" Patchworkblöcke in die Timeline gespült. Anfangs konnte der Lemming in mir noch ganz gut darüber hinweg sehen, dann war die Rede von 1/4" und man würde vieles von Grund auf Lernen. Und der Lemming fing an nachzudenken, wollte er sich doch irgendwann mal in eine hübsche Patchworkdecke kuscheln.

Aber Patchwork...bitte verzeiht mir, das hat irgendwie so etwas...hm...wie sag' ich es vorsichtig? Also Patchwork, das näht man erst wenn man irgendwie alt ist. Aber okay...ich bin ja nicht mehr die Jüngste, vielleicht wird es doch langsam Zeit sich damit auseinander zu setzen. Versteht mich nicht falsch, das soll keineswegs negativ gemeint sein, aber dieses "man schneidet Stoff auseinander und näht ihn anschließend in vielen kleinen Stückchen wieder zusammen" hat ein bisschen was von "mir ist langweilig, also mache ich mir mehr Arbeit";-).

Nun, die Arbeit, von der ich hier nun rede haben sich 6 Köpfe ausgedacht und die wollen im Laufe des Jahres 12 Quiltblöcke zum nachnähen online stellen. Also ist die Arbeit auf ein Jahr verteilt, dass sollte sich pro Monat in Grenzen halten und es machte mich ja doch neugierig!

Also wagte ich den Blick auf die Seite auf der alle Infos zu finden sind...bei greenfietsen. Ich würde von den erfahrenen Quilterinnen viel über das traditionelle Patchwork erfahren. Aha!

Die Ausrüstung hatte ich bis auf das "Inchlineal" alle im Haus und meine Stoffberge werden nun auch etwas dezimiert. Aha!

 
Und so stiegt ich also ein und nähte gestern meinem ersten Quiltblock. Dabei lernte ich den Umgang mit dem "Inchmaß" (ganz easy) und den Umgang mit dem Bügeleisen....pfffft, da bügelt man ja mehr, als das man näht! Ohjee!!! Aber gut bügeln macht sich halt bezahlt...vielleicht finde ich beim zweiten Block ja auch schon eine rationellere Arbeitsweise;-).


Aber, siehe da, alles passt hervorragend zueinander! Bei meinem bisherigen Patchworkversuchen scheiterte ich nämlich immer gnadenlos an der Passgenauigkeit, weil ich "irgendwo" mal wieder vergessen hatte die Nahtzugabe mit einzukalkulieren:-(.

Ich bin auf jeden Fall schon gespannt wie es weiter geht und bedanke mich bei den 6 Köpfen schon mal recht herzlich für's mitnehmen in die für mich "neue" Nähwelt!

Gruß Uschi

Donnerstag, 5. Januar 2017

WmdedgT 01/17

...fragt Frau Brüllen auch im neuen Jahr. Und da ich mir ja so ein klein wenig den Vorsatz genommen habe, den Blog wieder mit mehr Leben zu füttern, nehme ich das doch mal als gelungenen Ansatz.

Also, mein Tag begann spät...aus Versehen. Hier sind immer noch Ferien, zumindest für 3/4 der Familie. Und da wir gestern Abend endlich mal wieder unsere Bahnen im nahegelegenen Schwimmbad zogen (ich 34 Bahnen à 25 m), die meinen Kreislauf hoch puschten, zu hoch, bin ich erst recht spät eingeschlafen. Heute morgen wurde ich also um 7 Uhr wach (in den Ferien klingelt hier kein Wecker!!!) und dachte: "Ach, ein klein bisschen noch!". Beim nächsten Blick auf den Wecker war es dann 9 Uhr. Uih!!! Im Bett fesselten mich dann noch ein paar Gedanken. Bei der Tochter steht am Anfang der nächsten Woche eine Kiefer-OP aufgrund einer Zyste im Unterkiefer an, da können Gedanken schon mal ordentlich ins kreiseln kommen, deshalb war es auch bereit 9:30 Uhr als ich dann endlich aufstand.

Spätes Frühstück mit einer maulenden Katzematze, die über Nacht ja immer draußen ist und heute dann eben extrem lange auf ihr Frühstück und ihr kuscheliges Plätzchen im Wohnzimmer warten musste.

Seht ihr diesen leicht verschlafenden, warnenden Blick und die Krallenhand? "Werf' mich jetzt bitte nicht wieder raus!", soll das wohl heißen:-).

Zum Frühstück las ich in meinem Krimi weiter, "Granat für Greetsiel", ein Ostfriesenkrimi, leichte Kost, genau das richtige für den Ferienmodus. Danach noch kurz bei Instagram reinschauen, überall Schnee:-(. Dafür erinnert mich Google aber mit einem lustigen Bild, was ich vor 8 Jahren gemacht habe:

Oh man...ganz schön viele Veränderungen!

Nach dem Frühstück geht es an den Rechner, Mails checken. Außer Werbung und einer Anfrage, nur 8 Junkmails. Kann den Erstellern dieser Junkmails mal jemand sagen, dass Weihnachten vorbei ist und ich immer noch keine sechs Blondinnen unter dem Weihnachtsbaum haben möchte? Und die Hübsche die einen Mann für's Neujahrsfest haben möchte ist auch schon reichlich spät dran (oder früh?) und bei mir ganz sicher an der falschen Adresse, denn meinen Mann wollte ich schon noch ganz gerne behalten.

Ein Blick bei Feedly brachte mir einen Überblick in die Bloggerwelt und ich landete halt bei Frau Brüllen. Und nun sitze ich hier. In meiner Tagesgestaltung bin ich ja recht frei, besonders aber, wenn hier Ferien sind. Einkaufen muss ich heute noch, denn morgen muss ich mit Julia nach Krefeld zum Anästhesiegespräch, da bleibt vermutlich keine Zeit mehr für den Wochenendeinkauf. Am Freitagabend sitzen voraussichtlich neun Personen am Tisch...ich denke es wird einen großen Topf Suppe geben. Zutaten dafür werde ich jetzt gleich mal aufschreiben und was sonst noch so alles fehlt. Dazu bringt mein Weg mich in den Keller, wo auch noch Wäsche zum Aufhängen auf mich wartet.

Der Einkauf ist inzwischen erledigt (holla, hat alle Welt noch frei oder was war los?!). Erstaunlicherweise sind beide Kinder recht zeitig "aus dem Bett gefallen" und haben mir beim Einkaufen Gesellschaft geleistet. Das hat inzwischen den Vorteil, dass Felix etwas Fahrpraxis bekommt und ich mich schön von ihm chauffieren lassen kann. Nur noch wenige Monate und er darf dann ganz alleine fahren:-). Als der Einkauf in allen Schränken verstaut war, knurrte der Magen bereits wieder und wir haben zu Mittag gegessen. Hier gibt es mittags immer nur ein Brot, da wir ja abends warm essen. Mit den Kindern habe ich mich dann beim Essen verquatscht, aber die Zeiten wo sie mit mir gemeinsam mittags am Tisch sitzen sind selten genug, da hetzt mich dann auch nichts.

Nach dem Essen ruft die Arbeit, ein paar Nähfragen wollen beantwortet werden. So weit ich helfen kann, helfe ich und das in der Regel auch binnen 24 h. Wie viele von euch sicher schon gesehen haben, hat farbenmix ein neues Shopsystem bekommen. Mir gefällt es sehr gut, besonders Spaß bereitet mir die Möglichkeit gezielter nach Produkten zu suchen! Das ist gerade bei der Beantwortung der Nähfragen sehr hilfreich. Auch im Anleitungsbereich wird es in den nächsten Wochen noch einiges zu tun geben, d.h. auch da wartet Arbeit auf mich.

Zwischendurch schaute ich noch kurz bei Instagram hinein. Nadine zeigte wunderschöne Holzkisten in einem Trödelladen und stellt die Frage, ob sie es bereuen wird keine gekauft zu haben? Nun....äh...eine ist jetzt meine...uuups! Über das wie und wann diese tolle Holzkiste dann zu mir kommt, müssen wir uns später dann noch austauschen. Weil, soviel kann ich schon mal sagen, mal eben mit der Post schicken lassen wird wohl kaum gehen:-).
Die Kiste wäre toll für all die Quilts, die ich noch gerne für das Lärchenhüttchen nähen möchte (hust). Also bin ich wieder bei dem Gedanken bei der Aktion von Greenfietsen "6 Köpfe- 12 Blöcke" mitzumachen, um endlich mal den Einstieg in die Patchworkdeckenwelt zu machen. Stoff hätte ich sicher genug, ein Inch-Lineal sollte kein Problem sein, ein Inchfuß? Habe ich den? Das sollte ich jetzt erst einmal schauen! Oh...und die nächste Wäsche kann ich aufhängen. Schon ECHT spannend mein momentanes Leben;-).

Die Wäsche hängt inzwischen, ein bisschen Sport für meine verspannte Schulter habe ich auch noch eingeschoben und dann kam schon mein Mann nach Hause. Also erst mal zusammen einen Kaffee trinken. Im Anschluss daran habe ich mit Nadine, die Kistengeschichte geklärt und mich via whatsapp ein wenig "verquatscht"...aber eben nett verquatscht und Pläne sind geschmiedet!

Dann musste für Julia noch eine Bewerbung für eine Praktikumsstelle ausgedruckt, zuvor aber ein Blick auf die Bewerbung an sich geworfen werden. Bitte einmal Daumen drücken, dass das klappt, sonst heißt es nach einer neuen Stelle Ausschau halten.

Nun ist es bereits halb sieben und das Abendessen sollte gleich auf den Tisch kommen. Heute zum Glück Reste von gestern. Also nur schnell eben aufwärmen. Die 30 min bis dahin werde ich nun also nutzen, um zu klären ob ich im Besitz einen Viertel Inch Nähfüßchens bin, was die Entscheidung bei der Aktion mitzumachen beeinflussen könnte!

Nach dem Abendessen mache ich es mir im Wohnzimmer gemütlich. Mein Schal in tunesischer Häkeltechnik soll endlich mal fertig werden! Außerdem haben wir gestern den zweiten Teil (den auf dem Zweiten;-)) eines Films aufgenommen, den wir heute gerne gucken möchten (bevor er in Vergessenheit gerät). Danach sicher etwas früher ins Bett, denn morgen ist letzter Ferientag und ich muss mal langsam wieder in den gewohnten Rythmus kommen.


Und, was habt ihr heute so den ganzen Tag gemacht?

Gruß Uschi




Samstag, 31. Dezember 2016

Fliegender Wechsel

Ganz unspektakulär gibt es hier im Blog zum Jahresende quasi einen fliegenden Wechsel;-)


Das Jahr hatte zwar viele Highlights über die ich ausführlich hätte berichten und auf die ich jetzt zurückblicken lassen könnte, aber irgendwie bin ich nicht mehr konsequent genug zum blogen gekommen in diesem Jahr (wie auch eigentlich schon im Jahr zuvor). Es gibt viele Gründe warum das so ist und ich muss nun doch ernsthaft darüber nachdenken, wie ich es in den kommenden Monaten handhaben werde. Ganz aufgeben möchte ich den Blog ja auch nicht, aber ein Blog lebt ja nunmal davon, ihn mit Inhalten zu füllen. Schwierig!

Daher, ganz besonders denjenigen, die mir trotz allem schon seit Jahren die Treue halten:

Danke, dass ihr immer noch von Zeit zu Zeit hier reinschaut!
Kommt gut in neue Jahr!
Auf das 2017 ein Gutes werde!
Gruß Uschi

Häkelmuster: Vlieg Victor von Stip en Haak



Mittwoch, 21. Dezember 2016

Mein Parka zum MeMadeMittwoch

Einige meiner Instagram Follower warten sicher schon sehnsüchtig auf diesen Artikel zum #Fischschwanzparka :-). Aber ich sag's euch gleich, es wird eine etwas längere Geschichte;-).

Nur wo fange ich an? Der Schnitt stammt aus der Ottobre 5/2013 und bereits seit Erscheinen dieses Heftes stand fest...irgendwann würde ich diesen Parka nähen. Es gingen jedoch zwei Winter ins Land, in denen ich nicht die Zeit oder vielleicht auch nicht die richtigen Stoffe oder vielleicht auch nicht die Ruhe dazu fand ihn so zu nähen wie ich ihn haben wollte.

Aber jetzt, jetzt war es endlich so weit. Anfang des Monats musste ich unseren Sohn zu einer Prüfung nach Arnheim bringen, da lag es ja fast auf der Hand, dass ich in der Zwischenzeit bei Karteris in Oosterhout mal reinschaue. Eigentlich war ich auf der Suche nach schönen Sweatstoffen, aber dann lagen da diese vielen Ballen schöner, fester Canvas..in grau, in beige, in schwarz, in weiß (ohje..NEIN!!!), in braun und in petrol/dunkelgrün/grünblau...also, in so einer Farbe, die jeder anders betiteln würde. Und genau für diese Farbe entschied ich mich dann. Mir war zwar klar, dass ich daraus diesen "Fall Favorite" Parka nähen würde, hatte es aber wieder mal verpeilt, zu schauen wie viel Stoff ich dafür wohl benötigen würde:-(. Genauso wenig hatte ich eine Idee, was ich als Futter dafür verwenden könnte.
Die Frage nach dem Futter klärte sich dann noch im Stoffgeschäft, eine Regalreihe weiter. Dort lag nämlich ein riesiger Ballen herrlichster Doppelzottelplüsch (hustplüselhust) in genau dem gleichen petrol/dunkelgrün/grünblau. Perfekt!!! Hinzu gesellte sich noch ein passender Reißverschluss...alles wunderbar. Von den Stoffen nahm ich dann reichlich mit (2,50 m hätten aber auch gereicht). Sweatstoffe kaufte ich dann übrigens nicht mehr;-).
Zu hause sah ich mir den Schnitt dann endlich mal genauer an und die ersten Falten bildeten sich auf meiner Stirn. Wer die Anleitung kennt, der wird wissen, was ich meine. Dort wird empfohlen Außenstoff und Futter aufeinander zu nähen und dann als einen Stoff weiter zu verarbeiten. Nein, nicht schön! Ich möchte keine offenen Nähte in meinem Parka sehen. Also googelte ich erst einmal wie andere diesen Parka genäht haben. Was sich da alles fand, war schon sehr interessant. Aber die meisten waren, wie ich ja auch, der Ansicht, die offenen Nähte sind blöd. Also entschied auch ich den Mantel komplett zu verstürzen. Mit einem Blick auf meinen doch arg dehnbaren Doppelzottelplüsch beschlich mich dann jedoch das Gefühl, dass die Wahl des Futters wohl doch nicht so die Beste war:-(. Was nun? Mein Blick schweifte durch's Nähzimmer und fiel auf den Ballen aus Lila Lottas Serie "Carlitos"...ja, genau, der Kleingemusterte, prima, auch darin enthalten das hübsche petrol/dunkelgrün/grünblau. Passt Perfekt!

Dann hieß es für mich die richtige Größe zu ermitteln. Da ich recht häufig nach Ottobre Schnitten nähe, weiß ich für mich, ein wenig größer kann nicht schaden. Ein Abgleich mit meiner jetzigen Winterjacke zeigte, dass es doch auf Größe 44 hinauslaufen würde. Also Schnitt kopiert, dabei dann aber gleich ein paar Überlegungen mit einfließen lassen:

- die Stoffe sollen nicht doppelt verarbeitet werden
- das Futter soll dann unten am Saum einen Beleg aus Außenstoff bekommen
- im Reißverschluss wird der Beleg nicht mit dem Futter verbunden, wieso erkläre ich gleich.
- den Kordelzug in der Taille möchte ich so anbringen, dass man ihn innen nicht sieht, denn...
- das Futter soll noch eine Bewegungsfalte bekommen
- die Ärmel werden verlängert (muss ich immer!) und bekommen Windstopperbündchen, selbstgestrickt?

Das waren erst einmal die Überlegungen im Groben. Manches Vieles würde sich noch beim Nähen ergeben. Die Sache mit dem, laut Ottobre, lose flatternden Beleg wollte ich mir nämlich zu Nutze machen. Gesehen hatte ich die Idee bei prinzenreich und fand sie einfach genial für meinen Doppelzottelplüsch, danke für die Inspiration!!! An diesen Beleg kann man nämlich prima ein Futter anknöpfen...sicher hatte Ottobre das auch im Sinn. Sie haben das nur schlichtweg vergessen;-).

Nachdem alle Überlegungen abgeschlossen waren konnte ich endlich anfangen zu zuschneiden. Erstmal mit dem Futter...sollte es doch zu eng sein, von diesem Stoff hatte ich ja immerhin einen ganzen Ballen. Und das WAR auch gut so. Denn die erste Anprobe zeigte, an den Armen rutscht das Futter nicht gut genug und bei der zweiten Anprobe machte es leider im rückwärtigen Bereich am Halsausschnitt ein ganz fürchterliches "Krrrrrck" und es zeigte sich ein Riss von ca. 10 cm. Danach erstmal Feierabend!

Also neu überdenken...außerdem hatte ich anfangs noch vor die Ärmel auch mit einknöpfbarem Doppelplüsch auszustatten, dann wären sie sicherlich zu eng geworden.
Fazit, ich brauche mehr Weite an den Ärmeln und am Armausschnitt. Die Doppelplüschärmel strich ich aus meinen Gedanken, dafür würde ich das Futter aber nun mit dünnem Volumenvlies versehen und die Ärmel aus glattem Stoff (ich habe da nun Taslan gewählt) genäht.
Ich nahm also folgende Änderungen vor:

- die Ärmel schnitt ich in der Mitte auseinander und gab 2 cm hinzu.
- diese Mehrweite musste ich nun aber auch am Armausschnitt zugeben. Dazu gab ich oben an der Schulternaht auch jeweils 1 cm zu, schob den Halsausschnitt aber auch jeweils 1 cm wieder nach oben. (ich weiß nicht, ob das schneidertechnisch die richtige Lösung ist, aber es passt:-))

Jetzt aber konnte ich endlich ohne weiteren Hürden nähen und JA ich wollte auch die Paspeltaschen nähen! Habe ich noch nie gemacht, sah es aber als Herausforderung für mich an. Und ja, ich habe dabei gezittert, denn die Paspeltaschen sind sehr präsent positioniert, wenn da irgendwas schief und faltig ist, ich würde immer hinsehen! Aber hey, Paspeltaschen sind gar nicht so schwer wie sie ausssehen! Voraussetzung ist: Ordentlich anzeichnen und gut bügeln. Und weil abends zuvor Guido in "Geschickt eingefädelt" sich so sehr darüber gefreut hatte, dass man beim Einblick in die Tasche nicht direkt den Blick auf's Futter hat, habe ich diese Idee natürlich sofort auch für mich umgesetzt:-).


Größere Probleme bereiteten mir hingegen diese Blasebalgtaschen, wie sie im Schnitt vorgesehen waren. Ich konnte sie stecken wie ich wollte, sie sahen immer schief aus! Eine Nacht drüber schlafen, ein Blick auf meine Stoffmenge und ich schnitt neue Taschen nach meiner eigenen Vorstellung zu!


Ja...so geht es gleich viel besser!

Ihr seht, die Sache mit der Farbe ist auch beim fotografieren problematisch;-)

Im weiteren Verlauf taten sich zunächst erst einmal keine Probleme mehr auf. Auch die Sorge, dass die vielen Stofflagen irgendwann zu dick sein würden, bewältigte die Maschine zum Glück größtenteils ohne murren. Und gerade beim Reißverschluss hatte ich da echt Sorgen, da dort an einer Seite ja zusätzlich auch noch über die volle RV-Länge ja ein Schutz mitgefasst werden muss, der dann oben auch noch doppelt umgelegt wird. Ich glaube es sind insgesamt dann 6 Lagen Außenstoff, einmal Futter, einmal Volumenvlies, einmal Vlieseline und dann noch der Reißverschluss! Ganz langsam genäht mit einer Top-Stichnadel...nicht gerade wie durch Butter, aber ohne Fehlstiche!


Problematisch wurde es dann nochmal mit dieser Windschutzleiste. Die konnte ich nämlich nicht noch aufgrund der vielen Stofflagen nah an die Reißverschlusskante setzen (was ich aber auch unpraktisch gefunden hätte!). Daher war sie dann letztendlich zu schmal. Wie gut, dass ich reichlich Stoff gekauft hatte, also schnitt ich diese auch nochmal zu, insgesamt ich meine 2 cm mehr. Und so im nachhinein hätte es noch ein Zentimeter mehr sein können! Also, falls ihr diesen Parka auch nähen wollte, wartet mit dem Zuschnitt der Windschutzleiste, bis klar ist, wie breit sie genau sein soll!

An den unteren Ecken hatte ich (so im nachhinein jetzt überlegt) noch einen kleinen Denkfehler, was den "losen Beleg" angeht. Dadurch, dass ich das Futter am Saum ja mit festem Beleg versehen habe konnte ich den losen Beleg dort nicht mitfassen. Ich hätte ihn aber bis ganz unten durchlaufen lassen können. Das sehe ich aber erst jetzt auf dem Foto. So habe ich das kleine überstehende Stück mit Schrägband eingefasst, umgeklappt und von Hand festgenäht. Irgendwie schwer zu beschrieben, wie ich es wollte, wie es hätte sein können und wie es nun ist;-).


Bei den Windstopperbündchen habe ich mich doch für normale Bündchenware entschieden. Gestrickte wären zu dick in der Naht geworden. Sie liegen ca. 3 cm vertieft im Ärmel und lauern nur ganz knapp hervor.


Das Doppelzottelplüschfutter habe ich dann (aufgrund der Dehnbarkeit) ohne Nahtzugabe und vorne auf Belegbreite zugeschnitten (also ohne Beleg). Die Armausschnitte und die Kanten alle mit Schrägband eingefasst und dann mit KamSnaps an dem losen Beleg, unten in der hinteren Mitte und jeweils am Armausschnitt in der Schulternaht und in der Achsel befestigt.




Für den Kordelzug in der Taille habe ich einen Tunnel von innen auf den Außenstoff genäht, dann ein zusammengenähtes Schrägband eingezogen, was jedoch durch eine Öse im Futter nach innen hinausgeführt wird. Vielleicht wäre durch eine Öse nach außen auch hübsch gewesen?


So, ihr habt nun tapfer bis hier her durchgehalten, nun wollt ihr sicher auch sehen, wie der Fall Favorite Fischschwanzparka getragen aussieht:




Kuschelig warm mit eingeknöpftem Doppelplüsch!


Die Kapuze hätte eine Idee kleiner sein können, aber die Idee mit diesem nach hinten gerichteten Kordelzug (auf den ich nicht verzichtet habe!) ist schon sehr gut!
Ach ja und von der Weite ist der Mantel nun sehr gut, also zumindest für mich, die eben gerne viele Lagen im Winter übereinander zieht. So ist auch für einen dünnen Wollpullover noch Platz genug!


Ja, was soll ich abschließend noch sagen:
Der Parka sieht aus wie gekauft...leider;-) oder eben auch nicht leider.



Und ich habe mir viel Zeit dafür genommen! An 14 Tagen immer mal wieder ein Stückchen weitergenäht. Und das war auch gut so, denn in der Ruhe liegt die Kraft. Und ja, es ist mein ganz privates "Meisterstück der Woche", wenn nicht sogar meiner Nählaufbahn.
Und ja, ich würde ihn nochmal nähen, vielleicht als Sommervariante aus beschichtetem Stoff als Regenmäntelchen!

Damit reihe ich mich nun ein, in die vielen tollen Meisterstücke der Woche, die immer Mittwochs HIER gezeigt werden. Danke dafür!!!

Gruß Uschi

Schnitt: Fall Favorite Fischschwanzparka, Ottobre 5/2013
Stoff: fester Canvas, Baumwollpopeline "Carlitos" von LilaLotta, Doppelzottelplüsch
Schrägband: selbst gemacht
Paspel: farbenmix
Druckknöpfe: Prym
Schal: selbst gehäkelt nach diesem Muster
Stiefel: Tiggers, gibt es leider nicht mehr:-(
Pullover: Selbstgestrickt nach eigener Idee mit Wolle von Stoff&Stil






Dienstag, 13. Dezember 2016

Packs ein oder Näh' dich glücklich in 13 Tagen

Auch dieses Jahr wieder gibt/gab es bei Farbenmix eine Adventskalendertasche zum mitnähen. Jeden Tag wurde ein Türchen geöffnet und ein weiterer kleiner Nähschritt wurde freigeschaltet. Immer nur hier eine Naht, da etwas zuschneiden, alles in allem kaum mehr als 15 min am Tag.

Eigentlich wollte ich erst gar nicht mitmachen, aber da Sabine die Tasche dieses mal auch weitgehend ihren Mitarbeitern vorenthalten hatte und ich so also keinen Blick, weder auf die Anleitung, noch auf die fertige Tasche werfen konnte, war die Neugier einfach zu groß.

Material gibt mein gut sortiertes Nähzimmer auf jeden Fall her, so brauchte ich noch nicht einmal aus dem Haus um alle Nähzutaten zusammen zu haben.

So entstand auch bei mir hier im Hause eine ganz individuelle Adventskalendertasche, die nun den offiziellen Namen "Packs ein" trägt.


Und Einpacken kann man darin wirklich richtig, richtig viel, denn die Tasche hat Zuwachspotential;-).


Besonders toll finde ich jedoch die bunte Vielfalt aller Taschen und wie viele bei díeser Aktion wieder mitgenäht haben, sich die Zeit in der Adventszeit für sich genommen haben. Einfach nur TOLL! Nun werde auch ich mich in die Reihe der Modelle einreihen, aber keine Sorge, von der Verlosung bin ich selbstverständlich ausgeschlossen. Aber als Inspirationsquelle soll meine Tasche ja doch ein klein wenig dienen;-)

Ich hoffe ihr hattet genauso viel Freude beim Nähen wie ich!

Gruß Uschi

Dienstag, 15. November 2016

Farbenmix wird ZWÖLF!

Das ist schon eine ganz schön lange Zeit!

Irgendwann im Herbst 2005 führte mein Weg zu farbenmix. Ich war auf der Suche nach schönen Schnittmustern für Julia (damals gerade mal 4 Jahre alt!). Bisher hatte ich hauptsächlich nach Schnitten aus dem nahen Ausland (NL) genäht und ich stolperte eher per Zufall bei ebay auf den Schnitt "Dortje"...

...mein allererster Farbenmix Schnitt!


Julia hat diese Hose geliebt, feinster Babycord, die Hose bequem mit Gummizugbund und vor allem rosa! Und ich? Ich war mächstig stolz als ich diese Hose dann auch bei farbenmix in der klickundblick Galerie hochgeladen hatte UND sogar fünf liebe Kommentare dafür bekam:-).

Inzwischen ist viel Zeit ins Land gegangen, vieles hat sich verändert und die Nähgemeinde ist enorm gewachsen. Keiner näht mehr still in seinem Kämmerlein vor sich hin, alle Freude und alle Werke werden geteilt! Emma hat es hier schon sehr schön geschrieben.

Farbenmix ist ein Teil meines Lebens geworden, mit meinem ersten Ebook wurde aber auch ich ein Teil von farbenmix.
Und genau dafür danke ich dem Team von farbenmix...ihr macht SO viel möglich!!!

Aber, kein Geburtstag ohne ein Geschenk...ein kleines Geschenk für euch alle.
Vor ein paar Wochen zeigte Sabine auf instagram und Facebook eine wunderschöne Winterjacke mit handgestrickten Bündchen und als ich das Bild sah, war mir (und Sabine vermutlich auch,-)) gleich klar...der Ruf nach diesen hübschen Bündchen würde laut werden.
Wir haben ihn gehört...euren Ruf und alle Hebel/Stricknadeln in Bewegung gesetzt, und ja es hat geklappt. Ich darf euch heute das Freebook "Handgestrickte Ärmelbündchen" präsentieren...aber ihr habt es sicher schon entdeckt:-).


Viel Spaß damit und feiert alle schön!
Ich verfalle noch kurz in Sentimentalismus, lasse noch einige Gedanken zu vielen bisher von mir produzierten Nähwerken Revue passieren und begebe mich danach frohen Mustes in mein Nähzimmer, was es ganz sicher nicht geben würde, wenn ich den Weg zu farbenmix nicht irgendwann vor 11 Jahren eingeschlagen hätte.

Gruß Uschi