Manchmal kann man es noch nicht einmal beschreiben, warum es so ist, aber meist ist es eine Kleinigkeit, die an dem Kleidungsstück nicht stimmt. Da gibt es Sachen wie z.B. Kragen zu eng, Ärmel zu kurz oder zu lang, Farbe macht einen blass, Hose zwickt am Bauch, Gummi zu weit.
Immer mal wieder kramt man diese verschmähten Teile hervor, zieht sie über, denkt: "Ach, geht doch!" und legt doch wieder in den Schrank.
Bei uns gibt es glaube ich in jedem unserer Kleiderschränke mindestens ein Teil, welches dieses Dasein fristet. Bei den Kindern habe ich langsam ein Gespür dafür entwickelt, was ein Kleidungsstück zu einem Verschmähten werden lässt. Felix ist da noch recht anspruchslos - Hauptsache passt und die Farbe ist nicht zu dunkel und trist. Julia in allen Dingen gerecht zu werden ist da schon weit aus schwieriger. Ein Kleidungsstück muss bei ihr eine bequeme Weite haben, am besten kuschelig (Nicky geht IMMER!), die Hosen am besten ohne Knopf, Jacken bitte IMMER mit Reißverschluss UND auf jeden Fall mit Kapuze - auch wenn diese in den seltensten Fällen aufgesetzt wird.
WARUM dann aber eine Kapuze? Ein Kapuze ist ja nicht nur zum Aufsetzen da, sondern sie erfüllt bei Julia auch einen wichtigen Zweck beim Anziehen der Jacke, d.h. sie schnappt sich die Jacke vom Haken, hängt sich die Kapuze über den Kopf und schlüpft in die Ärmel - das geht schnell, und das ist wichtig! Hat also eine Jacke keine Kapuze - so sehe ich Julia schon im Geiste vor mir, wenn sie morgens zur Garderobe schreitet. Sie wird fluchen weil sie nicht gescheit in die Ärmel kommt, weil die Jacke ja ständig wegrutscht. Das macht sie einmal, das macht sie vielleicht zweimal, aber dann weiß ich, wird so eine Jacke ein einsames Dasein an der Garderobe fristen.
So hatte ich also ein Problem, was es zu lösen galt, denn ICH war verliebt in die Jacke "Silver Lake" aus dem Buch "Sewing Clothes for Kids". ABER, diese Jacke hat keine Kapuze!!! Würde ich sie also so nähen wie Nancy und Sabine sich das gedacht haben, so wäre klar, diese Jacke würde eines dieser verschmähten Kleidungsstücke werden - das wäre blöd!!! Dummerweise hatte ich aber schon so eine gewisse Vorstellung, zumal der Stoff schon seit Monaten hier parat lag, seit dem ich die ersten Blicke auf diese Jacke irgendwann mal bei Sabine im Blog erhascht hatte....ICH wollte diese Jacke nähen!!!
Aber diese Jacke ist konzipiert für einen Kragen, der gehört dazu, der darf nicht fehlen, da war ich mir auch ziemlich sicher. Also ein Austausch Kragen gegen Kapuze kam nicht in Frage, auf gar keinen Fall. So stellte ich also erst einmal meine verzweifelte Frage im Forum, dafür wurde es ja schließlich ins Leben gerufen. Da ich nicht so schnell mit einer Antwort rechnete, pauste ich (nachdem ich mit den hauchzarten Schnittmustern aus dem Buch zunächst japanische Faltkunst üben musste;-)) also erstmal den Schnitt ab. Und da war sie plötzlich, die Idee - kam mir einfach so in den Sinn!
Wie wäre es mit einer Kapuze aus Sweat oder Jersey - so eingearbeitet, als würde es aussehen, wie ein Shirt, bei dem die Kapuze einfach über den Kragen gelegt wurde...und siehe da, auch Sabine hatte genau den gleichen Gedanken und schrieb es mir genau so als Antwort ins Forum. Die Jacke würde an Stil nichts einbüßen und Julia hätte ihre Kapuze zum leichteren Anziehen und die neue Jacke würde kein einsames Dasein fristen - PRIMA!!!
Lange Rede kurzer Sinn, hier kommt unsere erste Silverl Lake MIT Kapuze!!! Und ich hoffe, dass am Silver Lake auch Peacocks gesichtet wurden, ansonsten habe ich das Thema wohl ein wenig verfehlt;-)

So, und damit sich hier jetzt "gewisse" Damen nicht beschweren können, ich hätte sie mal wieder davon abgehalten früh ins Bett zu kommen, ist jetzt hier Schluss mit dem üblichen Geschwafel...
Gruß Uschi
P.S.: Und ich glaube ich muss an dieser Stelle nicht erwähnen, dass ich mir diesen Schnitt SEHR GUT auch in Gr. L/XL vostellen könnte, aber ich weiß nicht, ob es was nützt an dieser Stelle Wünsche zu äußern, auch wenn ich mir Ende Februar immer etwas wünschen darf;-)


































