Samstag, 10. November 2012

Brot backen ist keine Kunst! Ein kleines Tutorial...

Selbstgebackenes Brot ist immer köstlich, riecht verführerisch und ist gar nicht so schwer zu backen wie manch einer denkt.
Vor einigen Wochen bekam ich einen Tipp (vielleicht ist er nicht neu...aber ich kannte ihn noch nicht) auf den ich inzwischen schwöre und nun mache ich alle meine Hefeteige nach dieser Methode (egal ob es im Rezept anders steht!).
Die Methode ist sicher kein Geheimnis und ich möchte sie heute gerne an euch weitergeben, falls ihr sie noch nicht kennt.

Also ihr braucht:

ca. 600 g Mehl (ich nehme immer halb Dinkel-, halb Weizenmehl, geht aber auch reines Weizenmehl)
1 Pa. frische Hefe
2 TL Salz
300 ml lauwarmes Wasser (also wirklich nicht ZU heiß!!!)
60 g Butter (oder Margarine)
60 g Zucker (wer es ungesüsst mag nur ca. 10 g, wer es richtig süss mag 100 g)
ca. 100 g Haferflocken, Sesam, Leinsamen

Butter und Zucker sind leider nicht mit auf dem Bild:-(
Mehl in die Schüssel geben, Hefe in eine kleine Tasse bröckeln...


...zwei TL Salz darüber streuen. WAS? Salz und Hefe...das soll man doch nicht...sagte man früher...bevor ich den Tipp bekam das mal auszuprobieren;-)...also macht das ruhig..geht nix schief!
Dann mit einem Löffel Hefe und Salz verrühren...

Anfangs ist das ziemlich klumpig und fest


...bis sie plötzlich flüssig wird:


Die verflüssigte Hefe zum Mehl geben und die Tasse...


...mit den 300 ml lauwarmen Wasser ausspülen und auch zum Mehl geben.

Dann den Zucker und die Butter in kleinen Flöckchen...



...zugeben. Nun alles gut verrühren...mit der Küchenmaschine geht das natürlich sehr gut...(geht aber genauso gut auf die klassische Weise von Hand...dazu anfangs mit einem Kochlöffel immer vom äußeren Schüsselrand zur Mitte hin arbeiten, bis sich alle Zutaten gut miteinander vermischt haben...dann auf der Arbeitsfläche mit den Handballen gut weiterkneten).

Wenn sich alles so einigermaßen miteinander verbunden hat...


...wird die Körnermischung hinzu geschüttet...



...und weiter kneten, bis alle Körner untergemischt sind und der Teig sich vollkommen vom Schüsselrand gelöst hat.


Den Teigklumpen schön an den Schüsselboden drücken,...


 ...mit einem Teller abdecken...


...und in ein warmes (etwas wärmer als handwarm) Wasserbad setzten.
 Den Teig nun 45-60 min ruhen lassen bis er dann mind. doppelt so groß geworden ist...


Den Teig aus der Schüssel auf die mit etwas Mehl bestäubte Arbeitsfläche heben...



...kurz (wirklich nur kurz!) durchkneten, zu einer länglichen Wurst formen und in drei Teile teilen...



Diese drei Teile nun weiter zu langen Würsten rollen und an einer Seite aufeinanderlegen und gut festdrücken.


Mit diesen drei Würsten nun einen Zopf flechten (ich hoffe das können alle?)....


...und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Brot mit einem frischen Handtuch abdecken.



Den Backofen bei Heißluft auf 200 °C vorheizen (ja, auch bei Heißluft!), dabei auf der untersten Schiene ein zweites Backblech oder die Fettpfanne einschieben...


Wenn die Temperatur erreicht ist (bei mir dauert das ca. 15-20 min) mit dem Wasserkocher ca. 300 ml Wasser aufkochen, Handtuch vom Brot entfernen...




...das aufgekochte Wasser griffbereit stellen, den Backofen öffnen und schnell das Brot hineinschieben, das Wasser auf die mit aufgeheizte Fettpfanne gießen und den Backofen ganz schnell wieder schließen.

Ich war SO schnell, das mein Mann kein scharfes Foto machen konnte;-)

 Das Brot nun ca. 25-30 min backen. Nach der Backzeit aus dem Ofen holen und auf einem Backgitter auskühlen lassen...


...und DA ist nun der Haken an der ganzen Sache...der letzte Schritt gelingt mir nämlich nie, weil spätestens jetzt die ganze hungrige Meute hinter mir steht und schreit: "Ooooh, kann ich schon probieren, das riecht soooo lecker!"

Ich wünsche euch gutes Gelingen und guten Appetit!!!

Nach diesem Rezept mache ich inzwischen übrigens die vielfältigsten Variationen. Wenn man den Zucker weg lässt und statt Butter 100 ml Olivenöl hinzugibt, bekommt man Pizzateig, ausreichend für 2 Bleche.
Das lauwarme Wasser kann man auch durch lauwarme Milch ersetzen, dann wird das Brot alles in allem weicher, die Körnermischung kann man durch gehackte oder gemahlene Nüsse ersetzen. Die Körnermischung kann man auch ganz weglassen, dann etwas weniger Wasser nehmen.
Man kann das Brot auch mit Vollkornmehl backen, dann jedoch die Wassermenge ein wenig erhöhen...das mache ich jedoch immer irgendwie nach Gefühl...wenn man es oft genug macht bekommt man nämlich ein Gefühl, wie sich Hefeteig "anfühlen" muss. Daher probiert es zunächst erst mal einige Male mit dieser Grundversion aus.
Man kann das Brot auch in eine Form packen oder den Teig vorab in kleine Stücke teilen und Brötchen daraus formen.
Ausrollen und mit herzhafter Füllung belegen und wieder einrollen geht natürlich auch...

Gruß Uschi



Kommentare:

  1. Ach könnte ich nur mal wieder mit normalem Mehl Backen... :-(((
    Aber ich muss leider glutemfreien Mehl nehmen
    Die Methode ist aber gleich!
    Ganz wichtig Isenburg, das Wasser auf jedenfalls in eine Fettpfanne oder feuerfeste Form zu geben...
    Ich bekam den Tipp das Wasser direkt in den Ofen zu geben... Weißte was dann passierte? Ca. 30 mal gemachten und dann auf einmal gab es beim nächsten Brot eine Knall und die ganze Beschichtung des Ofens ist unten abgesprungen....
    Was auch gut geht ist Brotbacken im T*pper Ultra, da kann man das Brot sogar in den kalten Ofen geben und es geht dann beim Aufwärmen. geht glaube ich auch mit nem RömertopfM
    sieht sehr lecker aus und Guten Appetitt!
    LG
    miniheju

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  2. Vielen Dank für die toll bebilderte Beschreibung. Werde ich gleich morgen als Zeitverbringding mit dem großen Sohn testen.
    Muss gleich mal Zutaten Bestandsaufnahme machen.

    Schöne Grüße

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  3. Danke liebe Uschi, werde ich gleich mal ausprobieren... Ich habe mich bisher da immer nicht so richtig rangetraut, aber nun MUSS ich ja, hihi - bei der tollen Anleitung!!

    Das Wackelbild ist übrigens sehr toll - lob an den Mann!

    Liebe Grüße,
    Sonja

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  4. Das sieht wirklich lecker aus! Danke für das ausführliche Rezept!

    Liebe Grüße,
    Jessica

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  5. Dank dir ! Das sieht ja gar nicht so schwer aus und nimmt mir ein bisschen die Angst vor Hefeteigen... werds die Tage mal ausprobieren!
    Lieben Gruß von der
    Elli

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  6. ohh Uschi,

    Danke!Danke!Danke! von ganzem Herzen...DAS wird der GöGa gleich heute vormittag ausprobieren,DER ist nämlich unser Brotbackspezialist und kann schon so einiges,aber dieses Rezept ist uns neu..ich werde kunde tun...und für das Gerühre/gequirle/Gehzeiten usw nehmen wir immer unseren Botbackautomaten..aber gebacken wird im KohleHerd....ich bedanke mich heftigst!♥ ♥ Christel

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  7. Vielen vielen DANK für die tolle Anleitung, da werd ich doch auch mal wieder ein Brot außerhalb der Brotbackmischungen backen ♥ liche Grüße Gaby

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  8. Danke ,werde ich mal PROBIEREN.
    Sieht auch wirklich sehr LECKER aus.
    LG Karola

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  9. Ich rühre Trockenhefe mit einem TL Zucker und warmem Wasser an..das ist auch gelingsicher...denn Frische Hefe habe ich selten im Haus...deine Zopf sieht super aus...cih backe viel Brote nach den Wunderkesselrezepten..da habe ich fats immer gute Resultate..schönen Sonntag wünscht Heike

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