Dienstag, 19. April 2016

Hereinspaziert...

...heute möchte ich euch wieder mal ein neues Buch vorstellen, ein Gartenbuch in das man wahrlich abtauchen, in dem man genüsslich "hindurchspazieren", hier und da verweilen kann und manchmal auch Platz nimmt, um etwas intensiver zu lesen.

Die Rede ist von den Buch: "Ein junger Garten auf dem Land", erschienen im DVA Verlag, geschrieben von Elke Zimmermann und mit wunderschönen Bildern von Christa Brand ausgestattet.


Was macht dieses Buch nun so liebenswert? Es sind nicht nur die Bilder, die es auf jeden Fall anzuschauen lohnt, nein es ist dieses Gefühl an der Gartenpforte abgeholt zu werden und mit vielen Tipps und Ideen auf eine Rundreise durch den Garten geführt zu werden. Nach der ersten "Annäherung" begibt man sich auf den "Terrassengarten", nimmt hier kurz Platz, um von dort den Blick auf den Bauerngarten verweilen lassen zu können.


Ein Bauerngarten nach historischen Vorbild, jedoch mit "zeitgemäßen Interpretationen", wie z.B. die mit Stahlblechen abgetrennten quadratischen Beete. Stahlblech, ein an sich kalter, nüchterner Werkstoff, der sich aber sehr schön durch das rostbraun auch als "natürliches" Element in die Natur einfügt und in diesem Garten in keinster Weise kalt und nüchtern wirkt.

"Von der Sonne verwöhnt" wird man im Irisgarten, der viele Sorten in allen möglichen Farben beherbergt.

Im Kapitel "Immer den Wasser nach" zeigt sich, dass auch Wasser ein Gestaltungselement im Garten sein kann, nicht nur als Gartenteich. So ist hier im Garten von Elke Zimmermann ausgehend vom Wassertrog ein Rinnensystem rund um den Bauerngarten gelegt worden. "Was zunächst wie kleine Bewässerungsrinnen aussieht, ist ein ausgeklügeltes System zur Schneckenabwehr. Da Schnecken weder schwimmen noch tauchen, lassen sie sich durch die kleinen , etwa 10 cm breiten und 4 Zentimeter tiefen Wassergraben davon abhalten, im Gemüsegarten ihr Unwesen zu treiben". Genial gelöst würde ich sagen!

"Entlang der Grenze" wird dem Besucher...äh...Leser gezeigt, das Grenzbepflanzung jenseits von Thuja und Kirschlobeer viel spannender, mystischer und geheimnisvoller wirkt und zu jeder Jahreszeit ihren Reiz ausüben kann.


Im Kapitel "Draussen Leben" wird klar, draussen ist nicht einfach "nur" ein Garten der Arbeit macht, nein draussen ist ein "Lebensraum" der Freude macht. Freude beim Ernten, Freude beim darin spielen, Freude auch beim Arbeiten, weil immer wieder Neues wächst und entdeckt wird und Freude auch beim darin ausruhen!

Zu guter Letzt schlendern wir mit der Autorin noch durch den Hanggarten in dem mit Findlingen und vielen Staudengewächsen eine wunderschöne dreidimensionale Kulisse geschaffen wurde.


Das Buch endet mit einem Ausblick auf "Haus und Hof" und schaut auch hinter die Kulissen, wo findet der Kompost seinen Platz ohne allzusehr ins Auge zu fallen, wo bleiben die Gartengeräte die man doch beinahe täglich benötigt und wo sammelt sich der "Krusch und Krempel, den man vielleicht doch noch brauchen kann"?

An vielen Stellen im Buch habe ich mich wiedergefunden, das hat mir sehr gut gefallen, viele Stellen an denen ich Nicken musste und dachte "Ja, so ist es...genau so!", daher hat mein Rezensionsexemplar auch ganz viele Fähnchen bekommen,

 ...an diesen Stellen fand ich Textpassagen die es sich zu merken lohnt:

"Etappenweise kommt Jahr für Jahr etwas dazu;...." Ein Garten ist eben nie fertig, auch wenn das viele Häuslebauer manchmal meinen. Da wird dann ein "praktischer" Garten angelegt, mit viel Rasen, Betonflächen und neuerdings auch Schottersteinen, hier und da ein Pflänzchen, vielleicht mal ein Bäumchen...fertig! Nein, fertig ist ein Garten nie und sein Zauber stellt sich erst nach vielen Jahren ein, wenn man ihn lässt, ihn hier und da jedoch auch führt.

"Wir haben zwar viel Stein, aber eigentlich keinen Beton in unserm Garten, und so werden im Laufe der Zeit Pflasterfugen und Mauerritzen genauso von der Vegetation erobert wie die Kieswege zwischen den Beeten des Gemüsegartens." SEHR symaptisch!!! Denn nichts ist langweiliger als eine triste graue zugepflasterte Betonwüste!

"....wenn gewässert wird, dann richtig!" Danke, dass das Erwähnung findet, denn ja "Wasser ist ein kostbares Gut", auch wenn es hier in unserer Region meinst aus Grundwasserbrunnen  genutzt wird, aber so beobachte ich jeden Sommer in der Nachbarschaft das gleiche Spiel...die Rasensprenger im Beet schwenken hin und her, die Pflanzen recken ihre Wurzeln dahin wo das Wasser ist, nämlich zur Oberfläche, statt in die Tiefe. Ich hingegen ziehe mit Gießkanne und Schlauch durch den Garten und gieße gezielt, und das auch nur, wenn es wirklich nötig ist. Unser Rasen ist in heißen Sommer oft braun, was aber auch den Vorteil hat, dass ich in der Sommerhitze nicht mähen muss, während meine Nachbarn ihre grüne Fläche im Schweiße ihres Angesichts bearbeiten müssen. Und keine Sorge, nach ein zwei Regentagen ist auch mein Rasen wieder grün;-).

"Die eine oder andere Pflanze will nicht so recht und verschwindet wieder, dafür siedeln sich unerwartete Gäste an, die das Beet bereichern." Ja, auch hier heftiges Nicken...wie oft kaufte ich schon schöne Stauden die irgendwann dahin kümmerten, wie oft Blumenzwiebeln die den Mäusen wohl mundeten...alle weg, dafür aber reichlich Goldrute aus Nachbars Garten;-). "Der Garten als Ort beständiger Veränderung."

Sehr heftiges Nicken bewirkte auch der abschließende Satz am Ende des Buches: "Auch der Gärtner scheint im Grunde seines Herzens eigentlich Jäger und Sammler zu sein, und so gruppiert sich rund ums Haus ein Sammelsurium von Fundstücken, die so manche Geschichte erzählen können."

Ich weiß nicht wie es euch ergeht, wenn ihr durch eure Heimat spaziert, wir hier begegnen immer wieder Häusern und Gärten die erzählen nichts, gar nichts. Andere hingegen flüstern schon leise von der Gartenpforte: "Hey du...kommt doch mal rein und fühl dich wohl bei mir!"
Und von genau so einem Garten berichtet das Buch "Ein junger Garten auf dem Land". Danke, dass ich mit auf die Reise gehen durfte!


Was abschließend noch zu sagen wäre: Vorne und hinten im Buch befindet sich ein Grundriss des ca. 1500 m² großen Gartens, damit man nachvollziehen kann an welcher Stelle im Garten man sich gerade befindet. Schön wäre es noch gewesen, wenn jedem Kapitel ein eigener kleiner Grundriss in der Art eines Pflanzplans beigefügt worden wäre. Das hätte die Nennung aller abgebildeten Pflanzen mit deutschen und lateinischem Namen perfekt gemacht;-)....aber ich bin auch so sehr zufrieden:-).

Gruß Uschi

Mittwoch, 6. April 2016

MeMadeMittwoch...diesmal gestrickt!

Was lange währt wird endlich....fertig! Lach...nein, natürlich auch gut:-).

Meine Instagramfollower sind schon ganz gespannt, sie haben mit dem hashtag #fairislejacke das Projekt schon ganz lange mitverfolgen können.
Denn als ich im November diee Zeitschrift (Verena Stricken Winter 2015) durchblätterte war sofort klar:

DIE WILL ICH HABEN!!!

Wolle mit Farbverlauf fand sich sogar noch im Vorrat, nur die Kontrastfarbe musste ich bestellen. Die Anleitung war an sich schlüssig und das Muster schon recht einprägsam...nur...ich und nach Anleitung stricken, das hat noch nie funktioniert. Trotz passender Maschenprobe und zwei Startversuchen wollte das mit der angegebenen Maschenzahl bei mir nicht funktionieren...die Jacke wäre ein Zelt geworden!
Also...mache ich es auch meine eigene Weise...nehme das Muster und teilte es neu ein. Ich scheu da ja nix...vor Mathe schreckte ich noch nie zurück.

Der dritte Versuch hatte dann die richtige Breite und von da an war es eben nur noch stricken....ein bisschen Sorgen bereitete mir noch der gedoppelte angestrickte Kragen udn die doppelt angestrickte Blende, aber das klappte recht reibungslos auf Anhieb! Einzige Änderung (abgesehen von der nicht passenden Maschenzahl und der im Verlauf dann natürlich auch nicht mehr passenden Maschenzahlen) die ich vornehmen musste, das Armloch war mir mit der angegebenen Höhe zu eng...also habe ich an den Schultern noch ein paar Reihen mehr gestrickt. Ja, was soll ich noch mehr schreiben, hier ist sie nun, meine #fairislejacke:





Was mir sehr gut gefällt ist der warme, kuschelige, hochgeschlossene Kragen:


Der aber auch, wenn man die Jacke offen oder halboffen trägt hübsch aussieht, denn die Innenseite hat auch ein kleines dezentes Muster:


Die Jacke nochmal ohne Inhalt am Boden liegend...

...hier erkennt man sehr schön den hohen Kragen.


Auch die Bündchen sind doppelt gestrickt mit Mausezähnchenrand, auch hier etwas abweichend von der Anleitung...schmaler und nicht mit Noppenrand.

 
Und so schaut so ein gestrickt übrigens von innen aus:


Ein Projekt, was ich mit viel Ruhe und einigen Pausen über vier Monate gestrickt habe, mein bisher aufwändigstes Fairisleprojekt. Und ich weiß, ganz viele Strickerinnen hadern damit, aber traut euch einfach mal ran...so schwer ist das gar nicht. Und vor allem inzwischen gibt es so viele Anleitungsvideos dazu, dass das hantieren mit den Fäden ganz bald schnell von der Hand geht. Wobei ich sagen muss...ich habe da so meine ganz eigene Methode entwickelt.

Meine #fairislejacke reiht sich ein in die MeMadeMittwoch Galerie...danke fürs sammeln der Inspirationen!

Gruß Uschi


Dienstag, 5. April 2016

Geh'n wir raus?

Ja klar...denn es dauert nicht mehr lang und für mich beginnt die schönste Zeit des Jahres. Schon jetzt wird es wärmer und die Luft duftet nach Frühling und wir haben auch schon einige Male unseren Kaffee/Tee draußen auf der Terrasse genossen.

Und da bei uns einige Veränderungen im Garten anstehen hat mich das Buch "Geh'n wir Raus?" von Charlotte Hedemann Guéniau, erschienen im DVA Verlag direkt angesprochen.


Ein Zimmer im Grünen ist immer etwas Feines und das was hier...


...am Samstag noch in Schutt und Asche lag wird sich ganz bald zu so einem romantischen Gartenzimmerchen wandeln...hofffe ich.

naja...sagen wir mal...so ähnlich:-)

Inspirationen gibt es dazu genug im Buch. Das Buch ist in sieben Kapitel geliedert, erzählt zunächst etwas über das "Draußen Leben", dann geht es weiter mit "Türen auf!".


Wie gelingt es einen schönen Übergang von drinnen nach draußen zu gestalten. "Energie fließt dahin, wo die Aufmerksamkeit ist, also gestalten wir unseren Außenbereich am besten so, dass er wie eine Erweiterung des Innenbereiches wirkt!".


Nun das ist ein guter Rat, der sich jedoch nicht immer bei jedem Wetter beherzigen lässt. Daher befasst sich das nächste Kapitel mit dem Thema ein "Dach über dem Kopf". Ob es sich dabei um eine überdachte Terrasse, eine halboffene Remise, oder auch nur um ein Sonnensegel gegen den Schutz der Sonne handelt ist eigentlich egal. In all diesen "Räumen" lassen sich hübsche Plätzchen zaubern, wenn man die nötigen Materialen zur Hand hat. Das Buch quillt über vor Kissen, Decken und Poufs auf denen man sofort Platz nehmen möchte, in die man sich abends hineinkuscheln möchte.

Im Kapitel "Tief durchatmen" wird empfohlen den Wohnraum draußen genauso komfortabel zu gestalten wie den inneren Wohnraum und jeden Moment zu nutzen um tief durchzuatmen. Was dabei hilfreich sein kann ist den zahlreichen Bildern gut zu entnehmen.

hier z.B. ein kleines Tablet mit Tischbeinen,
 was überall im Garten aufgestellt werden kann.

Ein weiteres Kapitel befasst sich mit "Gästen und Festen", wie gestalte ich den Garten wenn ich Bescuh empfange? Da gibt es Varianten von einer langen Tafel bis hin zu vielen kleinen Tischgruppen und Stehtischen an den die Gäste immer wieder neu Platz nehmen können und sich während der ganzen Feier nicht langweilen müssen, weil es immer Neues zu entdecken gibt.

Wer möchte da nicht mit Freunden Platz nehmen?

Auch Kinder lieben das Leben draußen. Ein heißer Sommertag mit Wasserspielen, allen Mahlzeiten an der frischen Luft und der Ausklang des Tages an der offenen Feuerstelle hat unseren Kindern immer gut gefallen. Und selbst jetzt noch als Teenager kann ich sie mit Stockbrot immer zu einem gemütlichen Beisammensein überzeugen. Unsere Kinder haben ihr Campini immer geliebt, ein idealer Rückzugsort im Garten für Kinder! Das Ebook gibt es übrigens immer noch bei Farbenmix:-).


Und sollten nun einige meiner Leser sagen: Nun...alles gut und schön, aber wir haben gar keinen Garten, so kann ich sagen, auch an diejeneigen wurde mit dem letzten Kapitel "Zum mitnehmen" gedacht. Einfach mal einen großen Korb oder Bollerwagen voll Decken, Kissen und Picknickkorb packen und dorthin fahren wo die Natur einlädt zu verweilen.

Das Buch inspiriert und zwar SEHR gut!!! Viele Ideen sind so simpel und die Materialen dafür sicher auf fast jedem Trödel zu finden:

 Man muss nur die Augen ein wenig offen halten!


Klar legt die Autorin und Gründerin des Designunternehmens "Rice" (nein, guckt jetzt besser nicht;-)) auch ihr Augenmerk auf diese Marke, aber sie macht es dezent und nicht aufdringlich und das gefällt mir sehr gut. 
Geh'n wir raus ist ein Buch, was man gerne zur Hand nimmt, was gute Laune bereitet, selbst bei trübem regnierischen Wetter, denn schon nach drei vier Seiten wird man anfangen zu planen, zu schwärmen wie schön es im Garten sein wird, wenn das Wetter wieder lacht. Zwischen den Beiträgen findet man einige kleine "Selbstmach-Ideen", die in der Regel recht einfach, günstig und schnell umzusetzen sind.

Eine davon steht auf jeden Fall schon auf meiner Wunschliste und nicht nur auf meiner!


Ihr seht, ich komme aus dem Schwärmen nicht mehr heraus und das, obwohl das Buch eigentlich nur eine Sammlumg von Bildern, wenig Text, einigen Idee und Rezepten ist. Aber der Mix ist gut...sehr gut!!! Wer nun für alle Decken, Kissen, sei es gehäkelt oder genäht oder gestrickt sein mag eine detaillierte Anleitung erwartet, der ist hier fehl am Platze, aber für knapp 30 € zeigt dieses Buch schon recht konkret wie man als kreativer Geist eine Idee nach der anderen prima auch ohne Anleitung in die Tat umsetzen kann.
Ich bin dann jetzt mal Decken und Kissen und Wimpelketten nähen...oder doch häkeln....

Gruß Uschi